NOVUM world of graphic design n°10.19 🇬🇧

Some studio names are so »creative« that one imagines they must have been dreamed up at a very late hour and under the influence of certain substances. Treize grammes, unusual certainly, proves to allude to the designers concerned and their studio’s location in the south of France; but it also hints that real, tangible things are made here.

Treize grammes – thirteen grams – roughly the weight of a coffee cup, a card-index card or a sheet of Japanese paper. The name triggers many associations, but for Francis Meano and Benjamin Marouane it also points to their surnames, M being the thirteenth letter of the alphabet, and to their base in Marseille, whose postal code begins with 13. So there is number magic in this studio name – but what the two designers want to con-vey is above all that in their work they create genuine and quantifiable values.

Francis Meano and Benjamin Marouane started their training in Marseille, and after taking a Master’s degree applied together to work at In Situ Lab in Strasbourg. »We were so used to working together and developing our cooperative approach that it never occurred to us to apply separately« they recall. Later they worked for a communication agency and a textile design studio in Marseille, but they both sought greater creative freedom; so going freelance was the logical next step. Now in their own studio, Meano and Marouane continued their close collaboration: »We are not that bothered about acquiring differing skills, for us it’s more about becoming a stronger team so as to really explore our ideas to the full and get the best out of them« Accordingly, the two regard a visual identity as much more than simply a set of graphic design applications: their aim is to create identity universes. This entails what they call »slow design« in contrast to big agencies, they don’t want to be pressured by time and profit considerations, nor to rely on stock material, low-paid labour and mock-ups. At Treize grammes the approach is ethical and sustain-able and creates imagery worlds with real substance. Francis Meano and Benjamin Marouane show what they mean by substance through an independent project that involves them producing a monthly video and con-ducting experiments with milk, mirrors, radishes, pipes, cement and more – the count is approaching thirteen.

In their commissioned work too, this concept has now come into play. They call it »Image Craft«. One might call it a USP, but for Francis Meano and Benjamin Marouane it is simply a question of attitude. And the clients fully appreciate the commitment shown by the two designers from Marseille.

« For us it is important to take time and to appreciate images for their inherent qualities. We share this approach with the clients we work with, by showing them the different steps and phases of their projects. This degree of familiarity leads to a warmer and better working relationship. »

First published in 1924 – novum World of Graphic Design is a leading and influential design magazine. Each month this bilingual journal presents the very best in graphic design, illustration, photo-design, corporate design, paper, packaging, advertising and typography. novum also spotlights new talents and the latest trends. For over 90 years novum has been providing professionals with an inspiring mix of international graphic design and advertising, and it also delivers a unique haptic experience in terms of an exciting array of cover materials and treatments.

NOVUM Welt des Grafikdesigns n°10.19 🇩🇪

Es gibt Studionamen, die sind so »kreativ«, dass man annehmen muss, sie seien zu sehr später Stunde und unter dem Einfluss gewisser Substanzen entstanden. Auch Treize grammes klingt ungewöhnlich, doch der Name birgt viele Referenzen an die Herkunft des südfranzösischen Designbüros und möchte zeigen, dass hier reelle und greifbare Dinge entstehen.

Treize grammes, dreizehn Gramm, das entspricht in etwa dem Gewicht einer Kaffeetasse, einer Speicherkarte oder eines Bogens japanischen Papiers. Der Name ruft also Assoziationen an viele Dinge hervor, für Francis Meano und Benjamin Marouane steht er aber auch für die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen, die mit dem dreizehnten Buchstaben des Alphabets beginnen sowie für ihre Heimatstadt Marseille, die in der dreizehnten Region Frankreichs liegt. Es steckt also viel Zahlenmagie in diesem Studionamen, doch die Gestalter möchten vor allem vermitteln, dass sie mit ihrer Arbeit echte und quantifizierbare Werte schaffen.

Ihre Ausbildung begannen Francis Meano und Benjamin Marouane in Marseille, nach dem Master bewarben sie sich gemeinsam bei In Situ Lab in Strassburg. »Wir waren so daran gewöhnt, zusammen zu arbeiten und diese kooperative Herangehensweise auszubauen, wir kamen gar nicht auf die Idee, uns einzeln zu bewerben«, erinnern sie sich. Es folgten weitere Anstellungen in einer Kommunikationsagentur und einem Textildesign-Studio in Marseille, doch beide wünschten sich mehr kreative Freiheiten und so folgte als konsequenter Schritt die Selbständigkeit. Auch in ihrem eigenen Studio arbeiten Meano und Marouane nun eng zusammen: »Es geht uns weniger darum, uns unterschiedliche Fähigkeiten anzueignen, als Team möchten wir uns vielmehr verstärken, um unsere Ideen voll auszuschöpfen und das Beste aus ihnen herauszuholen.« Entsprechend sehen die beiden in einem Erscheinungsbild auch viel mehr, als nur eine Reihe von Grafikdesignanwendungen, sie möchten Identity-Uni-versen erschaffen. Dazu gehört für sie auch das, was sie »slow design« nennen. Im Gegensatz zu großen Agenturen, möchten sie nicht unter Zeit- und Profitdruck arbeiten, auf Stock-Material, billige Arbeitskräfte und Mock-ups zurückgreifen. Bei Treize grammes verfolgt man einen ethischen und nachhaltigen Ansatz und kreiert Bildwelten mit echter Substanz. Was Francis Meano und Benjamin Marouane genau unter Substanz verstehen, zeigen sie in einem freien Projekt, in dem sie jeden Monat ein Video erstellen und mit Milch, Spiegeln, Rettichen, Rohren, Zement und vielem mehr experimentieren – dreizehn werden es bald sein.

Auch in ihren Auftragsarbeiten kommt dieses Konzept, sie nennen es »Image Craft«, inzwischen zum tragen. Man könnte es einen USP nennen, für Francis Meano und Benjamin Marouane geht es jedoch schlicht um Haltung und die Kunden wissen das Engagement der Designer aus Marseille zu schätzen.

« Für uns ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, um die Qualität von Bildern zu schätzen. Diese Haltung teilen wir mit unseren Kunden, indem wir ihnen die verschiedenen Schritte und Phasen ihrer Projekte vor Augen führen. Diese Vertrautheit führt zu einem viel menschlicheren Miteinander und verbessert unsere Zusammenarbeit. »

Seit 1924 gilt novum – World of Graphic Design als eines der führenden und einflußreichsten Designmagazine weltweit. Die internationale Ausgabe (Deutsch / Englisch) präsentiert monatlich herausragende Arbeiten aus den Bereichen Grafikdesign, Illustration, Corporate Design, Druck und Papier sowie Typografie. Darüber hinaus stellt novum – World of Graphic Design junge Talente vor und zeigt aktuelle Trends auf. Im Sonderteil novum plus wird jeweils ein Designbereich näher beleuchtet. Zukunftsvisionen und die Dokumentation des Status quo der Branche ergeben zusammen eine inspirierende Mischung für alle Kreativen in der internationalen Grafikszene.